Dass sich hinter dem Held am Herd ein moderner Abenteurer verbirgt, wissen nur die wenigsten. Lesen Sie das Interview und lassen Sie sich überraschen!

Herr Henssler, was verbinden Sie mit den Worten „Natur erleben“?

Das würde ich sehr wörtlich nehmen. Wenn ich „Natur erleben“ höre, denke ich ans Bergsteigen – raus aus dem Alltagstrott, rein ins Grüne. Handy aus, E-Mails aus dem Kopf und sich einfach auf die Natur einlassen. Das bedeutet Natur erleben für mich.

Seit wann spielen Berge in Ihrem Leben eine Rolle?

Das ist schon ein bisschen länger her. Mit dem aktiven Bergsteigen habe ich vor acht Jahren angefangen. Ich war im Mont-Blanc-Gebirge, auf dem Kilimandscharo, auf dem Aconcagua in Südamerika und solche Geschichten. Ich habe das dann aber ein bisschen schleifen lassen.

Raus aus dem Alltagstrott, rein ins Grüne. Handy aus, E-Mails aus dem Kopf und sich einfach auf die Natur einlassen.

Warum?

Das war jobbedingt, die Küche und das Kochen hatten Vorrang. Ich habe die Berge sozusagen ein bisschen aus den Augen verloren. Im letzten Jahr wurde mir dann aber bewusst, wie sehr mir das in meinem Leben fehlt, und ich habe wieder damit angefangen.

Woher kam Ihre Begeisterung für diesen Sport?

Ich habe immer sehr viel Kraft- und Ausdauersport gemacht, sogar eine Zeitlang geboxt. Das hat mich irgendwann alles aber nicht mehr wirklich befriedigt. Zufällig ist mir dann ein Buch von einer Bergsteigerin, deren Namen ich leider vergessen habe, die den Mount Everest bestiegen hat, in die Finger gekommen.

Und das Buch hat Ihr sportliches Leben verändert?

(lacht) Das könnte man so sagen. Sie schrieb darin, wie sie sich gefühlt hat, was mit ihr bei diesem Trip passiert ist, und da habe ich für mich festgestellt, dass mich es auch reizt, solche Erfahrungen zu machen. Also habe ich es einfach getan.

Kraft- und Ausdauersport lassen sich gut in den Alltag integrieren. Den Kilimandscharo zu besteigen eher nicht.

Das stimmt wohl. So eine Exkursion muss man planen, vor allem wenn man viel um die Ohren hat. Ein halbes Jahr Vorlaufzeit braucht man da schon. Hinzu kommt, dass man sich auch körperlich darauf vorbereitet. Man muss vor einem solchen Trip topfit sein. Denn ich will ja nicht wie eine Oma da hochkraxeln, sondern eben wie ein Bergsportler. 

Ist Bergsport auch ein Abenteuer?

Ja, schon. Früher war es sicherlich abenteuerlicher, als die Natur noch unberührter war. Für einen selbst kann man es aber schon als Abenteuer bezeichnen.

Also sind Sie ein Abenteurer.

(lacht erneut) Sie können mich gern Abenteurer nennen. Aber zu ernst darf man das auch nicht nehmen. Dennoch höre ich den Begriff natürlich gern – wie wohl jeder Mann.

Was macht für Sie die Faszination aus?

Zum einen ist es die absolute Konzentration auf eine Sache, man blendet alles andere aus und ist mit den Gedanken nur bei sich. 

Können Sie sich an eine Situation besonders erinnern?

Als ich mit meinem besten Freund den Kilimandscharo hoch bin, lagen wir im Lager auf dem Rücken und haben uns die Wolken angeguckt, wie wir es früher als Kinder schon gemacht haben. Guck mal, da ist ein Drachen, und das da, das ist doch ein Haus und da hinten, die Wolke sieht aus wie ein Pfannkuchen … Da merkt man, wie sehr man aus seinem Alltagstrott rauskommt. Man spricht über andere Dinge und denkt auch über andere Dinge nach.

Gab es auch gefährliche Momente?

Das kommt häufiger vor, als man denkt. Beispielsweise bei Überhängen, wo man schon mal das Gefühl bekommt, am sprichwörtlich seidenen Faden zu hängen. Solche Situationen gibt es schon, aber das gehört auch dazu, sonst wäre es nicht das, was es ist. 

Welches Abenteuer wollen Sie sich nicht entgehen lassen?

Es gibt so einen wunderbaren Achttausender, der heißt Cho Oyu. Den Gipfel möchte ich in meinem Leben einmal angreifen. Das steht dick auf meinem To-do-Zettel!