Sie sind in der Öffentlichkeit als Abenteurer bekannt. Was verstehen Sie unter dem Begriff „Abenteuer“?

Eine Unternehmung, deren Durchführung und Ausgang nicht zu hundert Prozent planbar ist, die eine körperliche und geistige Leistung erfordert. Ich habe Abenteuer aber immer mit Interesse an den bereisten Ländern und mit dem Auge an der Kamera verbunden. So besteht mein Leben seit gut 30 Jahren aus Reisen, Fotografieren und Präsentieren. Dabei sah ich Abenteuer nie als Selbstzweck, sondern als logische Begleiterscheinung angesichts der Reiseziele und der Routen. 

Mich haben schon als Schüler die Wüsten ästhetisch sehr angesprochen.

Wenn Sie ein Resümee ziehen müssten: Wo hat es Ihnen bisher am besten gefallen?

Ich habe viele Länder gesehen und es fällt mir schwer, ein Lieblingsland zu nennen. Grundsätzlich waren es immer die Wüsten, die mich am meisten faszinierten, in Regenwäldern habe ich mich nie wohlgefühlt. Immer wieder zurückgekehrt bin ich nach Mali, Algerien, Niger, Tschad, Bolivien, Australien und in die Mongolei, alles Wüstenländer. 

Warum?

Mich haben schon als Schüler die Wüsten ästhetisch sehr angesprochen. Ich mag diese reduzierten Formen und Farben, als Fotograf besonders. Außerdem hat der Mensch in den Wüsten nicht alles auf den Kopf gestellt und so lässt sich viel unverfälschte Natur in den Wüsten erleben. Als Geograf finde ich es spannend, dass man angesichts fehlender Vegetation in den Erdzeitaltern wie in einem Buch blättern kann. Und last but not least: Reisen in den Wüsten ist bis heute abenteuerlich. 

Ich kann mir vorstellen, dass die Ernährung bei Ihren Expeditionen oft schwierig ist. Wie handhaben Sie das?

Das ist gar nicht schwierig. Wenn irgendwie möglich, haben wir Spaghetti, Brot, Senf et cetera dabei. Vieles bekommt man ja auch vor Ort. Nur bei extremen Expeditionen setze ich auf Expeditionsnahrung.

Und worauf freuen Sie sich am meisten bei Ihrer Wiederkehr?

Auf meine Freundin und auf meine Kinder. Eine erste heiße Dusche und ein erster Spaziergang am Ammersee sowie ein nicht klapperndes Auto sind weitere Highlights nach der Rückkehr. 

Was planen Sie als Nächstes?

Eine Ski-Expedition nach Queen Maud Land in der Ostantarktis, sehr entlegen und aufwendig.

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