Zweistelliges Wachstum

Über fünf Millionen Bundesbürger - 16 Prozent mehr als im Vorjahr - haben sich 2016 an den „Hotspots“ der Radurlauber getummelt. Auch für Gäste aus dem Ausland gehören Radfahren und Mountainbiken nach Wandern zu den beliebtesten sportlichen Aktivitäten im Urlaub.

Radreisende lieben das Wasser

Flüsse sind besonders beliebt: Elberadweg, Weser-Radweg und RuhrtalRadweg liegen auf den ersten Plätzen unserer kürzlich auf der ITB vorgestellten Radreiseanalyse 2017. Auch die bergigen Regionen ziehen immer mehr Zweiradtouristen an: Bayern ist zum sechsten Mal auf Platz 1 der beliebtesten Regionen – und der Schwarzwald hat kräftig aufgeholt.

Deutschland ist spitze für Radtouristen aus aller Welt

Aber was macht Deutschland zu einem Paradies für Radtouristen? Was hat die Republik den Radurlaubern – neben abwechslungsreichen Landschaften und reichlich Kultur – zu bieten? Die Antwort ist: Deutsche Qualität.

Touristisches Radeln in Deutschland ist toll - Radfahren im Alltag aber eher vier minus.

Nirgendwo sonst gibt es so viele gut ausgebaute Radfernwege, nirgendwo sonst gibt es ein bundesweit einheitliches Qualitätsmanagement­system wie das ADFC-Sternerouten-Siegel, mit dem schon 12.000 Kilometer Radfernwege klassifiziert sind. Deshalb werden unsere Fachleute auf Radtouristik-Kongresse in der ganzen Welt eingeladen – und deshalb ist die ganze Welt auf unseren Radfernwegen zu Gast.

Urlaubsradeln top – Alltagsradeln flop?

Also schöne heile Fahrradwelt in Deutschland? Leider nicht ganz. Touristisches Radeln in Deutschland ist toll - Radfahren im Alltag aber eher vier minus. Radurlauber, die auch schon einmal in den Niederlanden unterwegs waren, berichten mit leuchtenden Augen von der Leichtigkeit, mit der man dort auch im Alltag „fietsen“ kann.

Im Nachbarland fährt beinahe jeder mit dem Rad, Durchschnittsbürger genauso wie Königin Maxima und der Ministerpräsident. Etwa 30 Prozent der Wege werden in den Niederlanden mit dem Rad zurückgelegt – in Deutschland sind es gerade mal zehn.

Lernen von den Niederlanden

Die Niederländer haben aber kein spezielles Fahrrad-Gen - und auch das Wetter ist bei ihnen nicht viel anders, als bei uns. Nein! Der Staat bietet ihnen durchgängige, komfortable Radwegenetze für den Alltag.

Dazu gigantische Fahrradparkhäuser, eigene Fahrradbrücken und Unterführungen, eine perfekte Wegweisung – und ein fahrradfreundliches Verkehrsklima. Als Autofahrer tastet man sich dort zentimeterweise an eine Kreuzung heran, weil es selbstverständlich ist, dass man überall Fahrradfahrer antrifft und ihre Vorfahrt achtet.

Fahrrad als Problemlöser

Von solchen Verhältnissen können wir in Deutschland bisher nur träumen. Dabei gibt es gute Gründe, ausgerechnet jetzt auf das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel zu setzen: Es hilft gegen Feinstaub und Stickoxide, es hilft gegen Stau und Lärm - und es hilft gegen den Speck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und: Es macht wahnsinnig viel Spaß! Den meisten Politikern ist das völlig klar, aber sie tun noch zu wenig, weil man in Deutschland eine Höllenangst davor hat, dem Autoverkehr Platz und Privilegien abzuknöpfen.

Ihre Stimme für das Fahrrad!

Das Fahrrad in Deutschland braucht noch mehr Unterstützer! Seien Sie dabei, wenn der ADFC sich 2017 für das "Fahrradland Deutschland. Jetzt!" einsetzt. Lassen Sie uns gemeinsam für fahrradfreundliche Verhältnisse eintreten. Steigen Sie auf das Rad, wann immer es geht – und stecken Sie andere mit Ihrer Begeisterung an! Das Fahrrad-Paradies Deutschland ist zum Greifen nah!

Information

Zum Start der Radreisesaison ist die 11. Ausgabe des beliebten ADFC-Radurlaubsplaners „Deutschland per Rad entdecken“ erschienen.

65 Radfernwege, Radregionen und Bundesländer stellen sich vor – 100 weitere gibt es im Überblick.

Alle Details auf www.deutschland-per-rad.de.