Vielleicht ist es doch ratsamer, ein Ausweichmanöver einzuleiten, da der Bremsweg möglicherweise nicht mehr ausreicht. Oder gelingt eine Kombination aus beiden Varianten? Schwierig, in Bruchteilen von Sekunden die richtige Entscheidung zu treffen.

Erkenntnisse aus Unfallstudien belegen, dass den Fahrern motorisierter Zweiräder von der Reaktion bis zur Kollision im Mittel gerade einmal 1,7 Sekunden bleiben.

Um eine repräsentative Aussage treffen zu können, hat das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in seiner jüngsten Studie Fahrversuche mit über 100 Probanden durchgeführt.

Anhand der ersten Ergebnisse können Aussagen darüber getroffen werden, welche Fahrmanöver in Abhängigkeit zur Geschwindigkeit zielführend sind, um die Kollision mit einem Hindernis vermeiden beziehungsweise abschwächen zu können.

Erste Ergebnisse

Der direkte Vergleich der benötigten Strecken für die Vollbremsungen und die Spurversätze (Ausweichvorgang 3,5 m zur Seite) aus verschiedenen Geschwindigkeiten zeigt, dass die Teilnehmer bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h bei einer Vollbremsung im Mittel kürzere Wege als beim Spurversatz benötigen.

Die Ausweichmanöver erfordern im Durchschnitt also mehr Strecke als eine Vollbremsung. Bei Fahrern auf Fahrzeugen ohne ABS ist ab einer Geschwindigkeit von 78 km/h der Spurversatz vorteilhafter. Ebenso hat die Studie gezeigt, dass Motorradfahrer in der Lage sind, gleichzeitig bremsen und dabei ausweichen zu können.

Die meisten Berufsgenossenschaften übernehmen einen Teil der Trainingskosten.

Nach unseren Ergebnissen stellt diese Variante ein geeignetes Manöver dar, da hierbei im Mittel nur ein geringfügig längerer Anhalteweg erzielt wird als bei der alleinigen Geradeaus-Vollbremsung, dennoch gleichzeitig ein nicht zu unterschätzender Spurversatz durchgeführt werden kann. Der seitliche Versatz beträgt je nach Geschwindigkeit zwischen 2,1 und 2,8 Meter.

Ergeben sich also Situationen, in denen der Anhalteweg nicht mehr ausreichen sollte, kann der Fahrer bei der Durchführung dieses Fahrmanövers durch den beim Bremsen gleichzeitig herbeigeführten Spurversatz möglicherweise die Kollision vermeiden.

Gelingt dies nicht ganz, kann er zumindest seinen Kurs dahin gehend beeinflussen, gefährlichere Aufprallbereiche wie zum Beispiel die A-, B- und C-Säule eines Pkw nicht zu treffen. Die ersten Ergebnisse der Studie sind unter www.ifz.de einzusehen.

Übung macht den Meister

Die hier beschriebenen Manöver sollte jeder Roller- und Motorradfahrer beherrschen. Daher ist die Teilnahme an einem Sicherheitstraining für jeden ratsam.

Ebenfalls unter www.ifz.de finden interessierte Roller- und Motorradfahrer die praktische Onlineplattform, auf der die aktuellen Trainingstermine für ganz Deutschland gelistet sind. Dort findet jeder das passende Training in seiner Nähe.

Beim Trainieren Geld sparen

Übrigens, wer bei den Kosten für das Training Geld sparen möchte, sollte sich bei seiner Berufsgenossenschaft erkundigen. Die meisten Berufsgenossenschaften übernehmen nämlich einen Teil der Trainingskosten.

Bis zu 80 Euro Kostenübernahme sind hier möglich! Nachfragen lohnt sich also. Eine hilfreiche Übersicht bietet das Onlineportal.

Information

Zum Saisonstart empfiehlt sich ein Blick in die Frühjahrs-Checkliste des IFZ.

Dort finden Sie Tipps und Tricks von A-Z, worauf Sie selbst achten können und wie Sie sicher in die Saison starten!

Denn der Saisonstart beginnt bereits in der Garage! Laden Sie sich die Checkliste hier herunter.
 
Weitere Infos unter ifz.de.