Hier kann man sich auf verschiedenen Gefährten ausleben und dafür sorgen, dass man das Leben mal wieder mit kräftigen Atemzügen aufsaugt. Was dabei etwas ganz besonders ist? Er bietet eingeschränkten Personen die Möglichkeit, bei dem Spaß nicht nur zuzuschauen, sondern sich zu 100% daran zu beteiligen. 

Wie das gelingt, erklärt Michael Maas – ein zufriedener Kunde:

Wir schreiben das Jahr 2005 und ich bin ein junger Motorradfahrer Anfang 20. Wie es sich für einen jungen Biker gehört, drehe ich gerne mal den Gashahn auf und lasse die Knie sanft über den Asphalt streifen. Meine Freunde und ich sind uns bewusst, dass Geschwindigkeit den richtigen Rahmen braucht – wir beschränken unseren Geschwindigkeitsdrang ausschließlich auf die Rennstrecke. Mit einer Jahreskarte für die Nordschleife.

Abseits der Rennstrecke bin ich ein normaler Biker, mein „Rennfahrer-Gen“ lasse ich „auf der Strecke“. Doch als Motorradfahrer lebt man nicht nur mit dem Restrisiko, dass aus kleinen Fehlern ein Unfall werden kann – man lebt auch mit der Gefahr, durch Verschulden anderer zu Schaden zu kommen. Das Problem dabei: man ist Punkto Sicherheit jedem größeren Fahrzeug unterlegen.

An einem Sonntagabend grille ich entspannt mit meinem besten Freund Johannes. Wir lassen den Abend ausklingen, ich mache mich langsam auf den Weg nach Hause. Ich bin auf einer Landstraße unterwegs, als es passiert: ein Fahrzeug kommt mir entgegen, der Fahrer übersieht mich, biegt in einen Feldweg ab - ich habe keine Chance auszuweichen.

Wir schreiben das Jahr 2014. Eines Abends bekomme ich von meinem Vater einen Anruf: „Junge, schalt den Fernseher an, da läuft was für dich!“ Ich schalte ein. Der Bericht, den mein Vater meint, zeigt eine Art Mini-Kettenfahrzeug, das mobil eingeschränkten Personen die Möglichkeit bietet, sich frei im offenen Gelände zu bewegen. Ein „Rollstuhl für alle Fälle“. Was für eine großartige Erfindung, denn seitdem ich im Rollstuhl sitze, musste ich einiges an Freiheiten einbüßen.

Ich kenne schon umgebaute Segways, bei denen man immer sehr auf Zack sein muss.  Wer es schon mal ausprobiert hat weiß, wie giftig die Dinger sind. Wenn man damit umfällt, ist es blöd; vor allem, wenn man seine Beine nicht mehr so nutzen kann wie man will. Technisch gesehen ist da also noch ganz viel Luft nach oben, was die (motorisierte) Unterstützung körperlich eingeschränkter Personen angeht. Ich selbst gehe – oder besser gesagt, ich fahre -  auch gerne zur Jagd, Angeln und bin generell ein Naturbursche. Dabei kommen dann so einige Probleme zusammen: 

  • Die Krankenkasse zahlt nur einen Rollstuhl, der für Geländesituationen nichts taugt
  • Wenn er mal dreckig wird, lässt er sich nur mit großer Mühe wieder säubern
  • Als Rollstuhlfahrer braucht man eine Wiese nur anzuschauen und schon ist man erschöpft
  • Viele Wege sind schlicht und einfach unpassierbar

Dann traf ich mit Johannes die Entscheidung, wieder zusammen zu cruisen. Wir fuhren in den Schwarzwald und nutzen die Chance, die uns Eric Bayer bot. Endlich wieder zusammen richtigen Fahrspaß erleben! Dieser „Offroad-Rollstuhl“ ist eine Riesen-Bereicherung, denn das eigene Handicap wird sofort vergessen. Ich hatte meinen besten Freund dabei und wir hatten mindestens genau so viel Spaß! Dieses Drehmoment, diese Power ist einfach überwältigend!

Was ich aktuell sehr spannend finde, ist das Thema der Inklusion und was man machen kann, um alle Menschen einzubinden. In der Schwarzwald Idylle kann man sich tatsächlich voll eingebunden fühlen. Es ist ein unglaublich nettes Fleckchen Erde, auf dem man es ganz in Ruhe krachen lassen kann.  Dazu gibt es eine gemütliche kleine Hütte, wo man ganz entspannt mit Speis und Trank versorgt wird.

Aber nicht nur das „Abheizen“ durch den Schwarzwald ist großartig. Viel besser ist es, dass viele Sachen wieder zugänglich werden. Man bekommt ein Stück weit seine Freiheit zurück. Leider sind diese Geräte noch ziemlich teuer, doch sobald ich mir einen leisten kann, werde ich mir einen zulegen. Bevor es jedoch soweit ist, werde ich Eric noch des Öfteren besuchen und mich wieder auf die Idylle des Schwarzwaldes einlassen.

Danke Eric!