Mit einem Marktanteil von 30 Prozent bleibt die Bundesrepublik bei der deutschen Bevölkerung das beliebteste Urlaubsreiseziel. Einer der wichtigsten Faktoren hierbei: Die Sehnsucht nach mehr Natur! „In der Natur sein“ ist nach einer Umfrage des Qualitätsmonitors Deutschlandtourismus für rund die Hälfte der Deutschen ein besonders wichtiges Reisemotiv. Und hier hat Deutschland mit seinen Seen, Bergen und Küsten tatsächlich einiges zu bieten.

Wenn die Temperaturen mitspielen, fühlt sich so mancher Deutschlandurlaub an den wunderschönen und weitläufigen Nord- und Ostseestränden an wie am Mittelmeer. Doch auch abseits der Küsten- und Strandlandschaften kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten: Die Uckermark etwa steht zur Hälfte unter Naturschutz und bietet auf 3.000 Quadratkilometern einen Rückzugsraum der großen Stille. Im Chiemgau lockt Bayern in den Bergen mit sattgrünen Almwiesen, unten im Tal wartet das „Bayerische Meer“, wie die Einheimischen ihren Chiemsee nennen.

Der Kaiserstuhl aus der Oberrheinischen Tiefebene ist eine malerische Weinregion, die nicht nur Freunde des Rebsaftes ins Schwärmen versetzt. Die Liste an atemberaubenden Naturzielen in Deutschland ließe sich noch weiter fortsetzen.

„Aktuell wünschen sich 40 Prozent einen möglichst ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Urlaub.“

Doch so vielfältig wie die Landschaften hierzulande, sind auch die Möglichkeiten, diese touristisch zu nutzen. Ob Camping, Wandern, Wasser- oder Fahrradtourismus: Besonders für Aktivurlauber bietet Deutschland ein umfangreiches Erholungs- und Freizeitprogramm.

Kein Wunder, dass naturnahe Urlaubsformen weiter im Trend liegen. Fast 40 Millionen Deutsche wandern gern, etwa jeder fünfte Deutsche fährt im Urlaub häufig oder sogar sehr häufig Rad, mehr als 80 Prozent interessieren sich für Aktivitäten am, im oder auf dem Wasser.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Angeboten wie Ferien auf historischen Bauern- und Gutshöfen, Kräutermanufakturen,  Landgasthöfen, Urlaub mit Pferden oder Workshops zum Melken und Käsen. Auch ökologisch angebaute Produkte regionaler Erzeuger haben Aufwind. Mit anderen Worten: Nachhaltiger Tourismus ist weiter auf dem Vormarsch.

Besonders kritische Stimmen mögen an dieser Stelle einwenden: Kann es denn Nachhaltigkeit in Verbindung mit Tourismus überhaupt geben? Oder ist gar nicht zu reisen nicht die einzige ökologische Reiseentscheidung zugunsten der bei den Deutschen so beliebten Natur? Tatsächlich birgt die inflationäre Verwendung des Begriffes „Nachhaltigkeit“ die Gefahr, dass vergessen wird, was hinter dem Konzept der Nachhaltigkeit steckt – und das wäre schade!

Nachhaltigkeit bedeutet für den Tourismus vor allem, die Bedürfnisse der Gäste und der lokalen Bevölkerung mit denen des Natur- und Umweltschutzes zu verbinden und dabei eine langfristig wirtschaftliche sowie sozial verträgliche Entwicklung anzustreben – und damit auch den Erhalt des deutschen Naturerbes!

Die Zeichen hierfür stehen günstig: Aktuell wünschen sich 40 Prozent einen möglichst ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Urlaub, wie die Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (FUR) ergeben hat.

Hier liegt gleichzeitig eine Chance: Denn der Tourismus verbraucht nicht nur Ressourcen. Er kann auch das ökologische Bewusstsein schärfen und damit dazu beitragen, die Natur erlebbar zu machen.

Längst ist für den Gast das Erleben und Genießen intakter Natur zu einer wichtigen Voraussetzung für einen gelungenen Urlaub geworden.