Bis Ende September waren 956 Millionen Touristen über die Grenzen hinweg unterwegs. Laut der internationalen Welttourismusorganisation UNWTO waren dies 34 Millionen beziehungsweise 4 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten 2015. Am meisten profitierte hiervon die Region Asien-Pazifik, wo es bis September 9 Prozent mehr Touristen hinzog. In Afrika (plus 8 Prozent) verzeichneten insbesondere Subsahara-Staaten mehr Gäste.

Nach Europa reisten 2 Prozent mehr Menschen, u. a. Mittelmeerländer wie Spanien und Portugal aber auch Ungarn und Irland gehören hier laut UNWTO zu den Gewinnern des Jahres. Großbritannien konnte sich unter anderem aufgrund des schwachen Pfunds über deutlich mehr Touristen freuen, während Frankreich, Belgien und die Türkei nach den Terroranschlägen Gäste verloren.

Die Europäer selbst reisten 2,5 Prozent häufiger ins Ausland. Ein Großteil des Zuwachses ging auf das Konto innereuropäischer Reisen (plus 3 Prozent), wie der aktuelle World Travel Monitor zeigt. Die Reisen aus Europa nach Asien nahmen um 2 Prozent zu, Amerika (minus 1 Prozent) verlor leicht in der Gunst der Europäer.

Das Reiseziel Deutschland hat sich weiter positiv entwickelt.

Schaut man sich an, wie gereist wurde, zeigt sich: Die Europäer machten in den ersten acht Monaten 2016 deutlich mehr Städtereisen und weniger Rundreisen, während Strand-/Badeurlaube auf Vorjahresniveau blieben. Pro Person und Reise wurden laut World Travel Monitor wie schon im Vorjahr knapp über 900 Euro ausgegeben.

Eines hat das Jahr 2016 deutlich gemacht: In global unruhigen Zeiten wird die Wahl des Reiseziels stärker überdacht. Das zeigt auch ein Blick auf das Reiseverhalten der deutschen Urlauber: Die Reiseströme haben sich 2016 insbesondere von Nordafrika und vom östlichen ins westliche Mittelmeer verschoben. Fernreisen waren und sind gefragt. Viele Deutsche verbrachten ihren Urlaub auch im eigenen Land.

Das Reiseziel Deutschland hat sich weiter positiv entwickelt. Das belegen unter anderem 3 Prozent mehr  Übernachtungen zwischen Januar und September, auch wenn sich die Dynamik bei den Gästen aus dem Ausland (plus 2 Prozent Übernachtungen) verglichen mit den Vorjahren etwas abgeschwächt hat – sicherlich bedingt durch Sicherheitsbedenken einzelner Nationen nach den Anschlägen in Bayern, aber auch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten in einigen Quellmärkten.

Prognosen für 2017 sind schwierig. Politische, gesellschaftliche und ökonomische Rahmenbedingungen verändern sich rapide; wie sich die scheinbar omnipräsente Terrorgefahr psychologisch auswirken wird und welche Folgen politische Entwicklungen wie der Brexit und der Ausgang der US-Wahl haben, ist schwer einzuschätzen. Viel wird davon abhängen, wie sich die Sicherheitslage auf dieser Welt und besonders in Europa weiterentwickelt.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Menschen auch von Terroranschlägen nicht dauerhaft vom Reisen abhalten lassen. Nach kurzfristiger Verunsicherung haben die Reiseströme in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer recht schnell wieder an Fahrt aufgenommen, wenn sich die Lage denn – zumindest zeitweise – stabilisiert. Darauf bauen wir und hoffen – im Sinne der Kunden und Unternehmen – auf ein gutes und sicheres Reisejahr 2017.