Und außerdem das Richtige für alle, die etwas ganz Bestimmtes suchen, zum Beispiel eine Ausstellung oder ein bestimmtes Restaurant. Das Richtige für alle, die einfach urlaubsreif sind und ein paar Tage nur am Pool liegen möchten, und für alle, die vor Energie nur so sprühen und von morgens bis abends Sightseeing machen wollen.

„Urlaub“ ist auch nicht mehr das, was „Urlaub“ mal war

Die Idee, dass „Urlaub“ ist, wenn die ganze Familie im Sommer für vier Wochen an den Strand oder in die Berge fährt, relativiert sich mit jeder Saison mehr und mehr. Streng genommen spricht man sogar kaum noch von „Saison“ – die Tourismusindustrie orientiert sich naturgemäß an der Lebenswirklichkeit ihrer potenziellen Kunden. Und wo Familien- und Arbeitszeitmodelle immer flexibler werden, entstehen automatisch neue Angebote. Die Schulferienzeiten haben sich zwar im Großen und Ganzen nicht stark verändert. Das Urlaubs- und Reiseverhalten der Europäer zeigt im Durchschnitt jedoch eine klare Tendenz: individueller und spontaner, öfter und kürzer – und vor allem: mehr Stadt und weniger Strand.

Jeder findet, was er sucht

„Städtereise“ ist so gesehen natürlich eine große Klammer, die im Prinzip so viele Angebote beinhaltet, wie es Nachfragen gibt:  Konzertbesucher und Fußballfans, Extremsportler und Bücherwürmer, Liebespaare und Großfamilien, tweetende Schüler und wandernde Senioren und alle, die wir vergessen haben, finden im Umkreis von 500, allerhöchstens 1.000 Kilometern garantiert genau die richtige Stadt – egal von wo aus in Europa sie sich auf die Reise
machen.

Die Entwicklung schlägt sich auch statistisch nieder: Laut einer Umfrage des IFD Allensbach denken inzwischen über 35 Millionen Deutsche „Städtereise“, wenn sie an Urlaub denken. Und unter deutschen Kurzurlaubern ist die Städtereise mit 36,7 Prozent sogar mit Abstand die beliebteste Form der Kurzurlaubsreise – noch vor dem Besuch bei Freunden und Verwandten. Insgesamt haben in Deutschland im Jahr 2016 fast zehn Millionen Menschen eine kurze Städtereise unternommen. Und warum auch in die Ferne schweifen? Zwischen Glücksburg und Sonthofen, von Aachen bis Görlitz haben Deutschlands Städte alles zu bieten, was es in Sachen Tourismus überhaupt zu bieten gibt.

Bestes Beispiel Hamburg: Zwischen Elbphilharmonie und Ecken, die man selbst finden muss

Im internationalen Städte-Ranking des Reise- und Veranstaltungsmagazins Smart Meetings belegt Hamburg 2017 den dritten Platz. Nach Cabo San Lucas am Pazifischen Ozean und Dubai – und vor den Metropolen London, Sydney oder Singapur – wirklich keine schlechte Platzierung. Doch so große internationale Aufmerksamkeit hat natürlich viel mit Großprojekten wie der Elbphilharmonie zu tun – Hamburg ist die einzige deutsche Stadt in diesem Ranking. Was aber die Faszination Städtetourismus mindestens genauso ausmacht wie die Palette der „Hochglanz-Angebote“ und teilweise seit Jahrzehnten bekannten Attraktionen, ist die Menge der Möglichkeiten, die eben nur Städte bieten: ein uriges Restaurant, das man zufällig entdeckt; ein kleines Theater, ein Kiezfest, ein Flohmarkt, eine urige Kneipe, die man zufällig in der Nähe des Hotels findet. Städte sind eben so individuell wie Menschen – und wollen entdeckt werden.