Ihre Vertreter sind am häufigsten in digitalen Berufen tätig, denn für diese braucht es lediglich einen Laptop und W-Lan. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie sich in der Regel mit Affiliate-Marketing, Bloggen (vor allem Reiseblogs), Social-Media-Partnerschaften, E-Commerce sowie Webdesign und Programmierarbeiten.

Digitale Nomaden verweilen selten an einem Ort, doch es gibt gewisse Hot Spots, wo viele von ihnen zu finden sind. Besonders beliebt sind Länder in Südostasien (besonders Indonesien, Thailand und Vietnam), aber auch hippe europäische Metropolen wie Berlin, Lissabon oder Prag (siehe auch Grafik zu den Rankings).

So freiheitsliebend die Nomaden auch sind, ihr Risikobewusstsein und damit das Bedürfnis nach Sicherheit sind hoch. Das bedeutet auch, dass sie sich intensiv mit dem Thema Auslandskrankenversicherungen auseinandersetzen. Davon zeugen neben entsprechenden Blogbeiträgen inklusive Diskussionen unzählige Youtube-Videos und Instagram-Posts. Viele sind sich sogar darüber im Klaren, dass eine herkömmliche Reisekrankenversicherung für zehn bis 20 Euro im Jahr nicht den Schutz bietet, den der digitale Nomade braucht. Eine bekannte Lifstyle-Influencerin und Nomadin, die seit Jahren beim Auslandsspezialisten BDAE versichert ist, berichtete erst kürzlich auf Instagram, dass ein deutsches Pärchen in Bangkok die Anti-Tollwut-Impfung nach einem Affenbiss nicht von der Reisekrankenversicherung erstattet bekommen hat.

Herkömmliche Reisekrankenversicherung ungeeignet

Um Kosten zu sparen, geben viele digitalen Nomaden nicht nur ihre Wohnung in Deutschland auf, sondern auch ihren Wohnsitz. Für die meisten klassischen Reiseversicherer wären sie somit gar nicht mehr versicherbar.

Hinzu kommt, dass der Auslandsaufenthalt eines digitalen Nomaden im Grunde gar nicht urlaubsbedingt, sondern sogar beruflicher Natur ist – auch das ist ein häufiges Ausschlusskriterium für die Reiseassekuranz. Dies sind nur zwei Gründe, weshalb für digitale Nomaden am ehesten eine langfristige Auslandskrankenversicherung in Frage kommt.

Und tatsächlich ist vielen Nomaden der Unterschied zwischen der Urlaubspolice und dem langfristigen Gesundheitsschutz im Ausland sogar bewusst. Auch wissen sie um die Themen Versicherungspflicht, Basistarif in der PKV sowie Rückkehrschwierigkeiten in die GKV.

Doch was sollte die ideale Auslandskrankenversicherung für Digitale Nomaden aussehen? Die Liste nennt die wichtigsten Punkte:

  1. Viele Nomaden sind sportlich unterwegs, deshalb legen sie Wert darauf, dass die Versicherung auch beispielsweise bei Tauch- oder Surfunfällen leistet.
  2. Da sie selten nur ein Aufenthaltsland haben und viel reisen, sollte der Geltungsbereich der Versicherung weltweit sein.
  3. Die Brücken zur Heimat werden selten abgebrochen, deshalb ist es dieser Zielgruppe wichtig, dass auch Heimaturlaube mit versichert sind ebenso wie der Rücktransport nach Deutschland.
  4. Eine Verlängerungsoption ist für viele wichtig, da oftmals nicht klar ist, wie lange sie sich fernab des Heimatlandes aufhalten werden.
  5. Zum Risikobewussten gehört auch der Wunsch, dass die Versicherung bei passiver Kriegseinwirkung (dazu gehören etwa Terroranschläge, Ausschreitungen und Demonstrationen) sowie bei Seuchen (z.B. Ebola), Reaktorunfällen (man denke nur an Fukushima) sowie Naturkatastrophen (z.B. Tsunamis oder Vulkanausbrüchen) leistet.
  6. Manch einem fällt erst im Ausland auf, dass er eine Krankenversicherung benötigt, deshalb sollte die Police auch aus dem jeweiligen Aufenthaltsland noch abschließbar sein.
  7. Es gibt etliche Pärchen unter den digitalen Nomaden, die sich vorstellen können, auch auf Reisen eine Familie zu gründen. Deshalb wird oft auch nach Versicherungsangeboten mit Schwangerschaft und Entbindung als Leistungen im Ausland gefragt.
  8. Flexibilität ist für viele digitalen Nomaden das A und O, am liebsten ist es ihnen, wenn Versicherungen tagesaktuell, mindestens aber zum Monatsende gekündigt werden können.
  9. Ein deutscher Versicherer als Anbieter ist für diese Zielgruppe absolut kein Muss – mit Internationalität hat sie kein Problem, genauso wenig wie mit Englisch als Fremdsprache.

Als „Digital Natives“ möchten sie am liebsten alles online klären: Das heißt, gewünscht sind die Kommunikation über Livechats, ein Online-Abschluss der Versicherung sowie der Web-Upload von Arzt- und Krankenhausrechnungen.