Wer an Peru denkt, sieht vor seinem inneren Auge unwillkürlich Attraktionen wie die berühmte Inkastätte Machu Picchu, Menschen in farbenprächtigen Ponchos, die grüne Lunge unserer Erde im Amazonasgebiet oder eine der weltweit besten und abwechslungsreichsten Küchen. Immer mehr Menschen suchen auf Reisen aber auch authentische Erlebnisse und enge Kontakte zu Einheimischen und wollen vor Ort positive Spuren hinterlassen. Und genau da setzen einige Kleingruppen-Reiseveranstalter an. Das Konzept des nachhaltigen, authentischen Tourismus wird hier mit dem Reiz einer internationalen, gleich gesinnten Reisegruppe verbunden.

Einige Reiseveranstalter, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen Anteil an der Armutsbekämpfung zu haben und positiv auf die lokalen Gemeinschaften einzuwirken, haben Entwicklungsinitiativen für kleine Gemeinden in den Reiseländern finanziert. Diese können vor Ort besucht werden und schaffen verlässliche Arbeitsplätze, Bildungsmöglichkeiten und echte Perspektiven für Frauen und Jugendliche, während sie gleichzeitig traditionelle Kulturen schützen.

In Peru zum Beispiel ist vor allem der Inca Trail, eigentlich nur der letzte, dramatische Abschnitt der Inkastraße nach Machu Picchu und eine der berühmtesten Wanderungen der Welt, ein Highlight auf jeder Reise – dass man diesen viertägigen Trek auch fair und nachhaltig wandern kann, zeigen immer mehr Veranstalter. Seit 2002 gibt es hier zum Schutz der Stätte und des Ökosystems ein Zulassungssystems, das die Anzahl der Wanderer beschränkt.

Die Lares, Salkantay und Choquequirao Treks, die ebenfalls nach Machu Picchu führen, sind aber weiterhin frei zugänglich. Der gesamte Inca Trail wird übrigens jeden Februar geschlossen, sodass Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden können und sich die Natur erholen kann.

Um den Erfolg ihrer Projekte zu messen, haben einige Reiseveranstalter sogenannte „Ripple Scores“ eingeführt. So kann genau abgelesen werden, wie viel Prozent der vor Ort getätigten Ausgaben tatsächlich in der lokalen Wirtschaft hängen bleiben.

Ein Beispiel: das Parwa Community Restaurant im peruanischen Dorf Huchuy Qosqo. Das mit Liebe zum Detail ausgestattete Lokal heißt jedes Jahr 16.000 Reisende willkommen. Vor seiner Eröffnung im März 2014 lebte die im „Heiligen Tal“ gelegene Gemeinde überwiegend von der Landwirtschaft und profitierte kaum vom florierenden Tourismus. Durch das Gemeinderestaurant haben nun vor allem Frauen die Chance, eine Ausbildung zu erhalten und einer geregelten Beschäftigung nachzugehen. Die Erlöse aus dem sozialen Projekt kommen insgesamt 260 Einheimischen zugute.

Auch das Weberinnenprojekt in der Gemeinde Ccaccaccollo unweit von Machu Picchu ist ein solches Beispiel: Wer die Frauenkooperative besucht, erfährt einerseits Spannendes über die traditionelle Färbe- und Webkunst der einheimischen Frauen und kann andererseits die wunderschöne Kleidung erwerben. 60 Frauen sind bereits Teil der Kooperative und sichern ihren Familien so ein besseres Leben.