Sie gehört der Nationalmannschaft an und gilt als Allrounderin, denn sie geht in allen Disziplinen an den Start. Das Interview.

Heute in drei Monaten ist kalendarischer Winteranfang. Freuen Sie sich schon auf die kalte Jahreszeit?

Dieses Jahr freue ich mich nicht besonders, das muss ich zugeben. Wir haben ja gar keinen Sommer gehabt! Ich habe etwas ganz früh gelernt: Am besten genießt man alles ein Tag nach dem anderen. Ich freue mich zuerst auf die letzten warmen Sommertage, danach auf die bunten Herbstwochen und dann auf die kalten Temperaturen, auf den Schnee und auf die Daunenjacken.

Rodeln, Ski fahren, spazieren, Schneeballschlacht und den Tag genießen.

Wenn er dann da ist, der Winter, was gefällt Ihnen besonders daran?

Winter ist in der Stadt ein bisschen kompliziert, alles ist grau und kalt, und nach einem Schneefall ist alles chaotisch. Aber in den Bergen sieht es ganz anders aus. Wenn alles weiß ist, hört man die Geräusche kaum, es fühlt sich wie im Himmel an, und das Gefühl, als Erste die Piste runterzufahren, wenn es gerade geschneit hat ... Das muss man einmal im Leben erlebt haben.

Wie sieht ein perfekter Winter für Sie aus?

Mit viel Schnee, aber es muss nicht unbedingt ganz kalt sein. Letztes Jahr war ich nicht besonders begeistert, als wir bei –38° Rennen gefahren sind. (lacht)  Und natürlich, wenn ich schnell Ski fahre, ist es umso schöner.

Was heißt für Sie „wohlfühlen im Winter“?

Wenn ich nicht auf den Skiern bin und ein bisschen Ruhe möchte, lese ich gerne ein Buch vor dem Cheminée (Anm. d. Red.: Kamin) mit einer Tasse heißer Schokolade oder Tee daneben. Das ist schon „wohlfühlen“. Am wohlsten fühle ich mich allerdings immer noch auf dem Schnee beim Skifahren.

Lagerfeuerromantik und Bärenfell oder Schneeballschlacht und Rodeln – welcher Wintertyp sind Sie, und warum?

Beides. Am Morgen rodeln, Ski fahren, spazieren, Schneeballschlacht und den Tag genießen. Am Nachmittag dann mal ruhiger vor der Cheminée im Chalet (Anm. d. Redaktion: Holzhaus in den Bergen).

Bitte erzählen Sie uns von Ihren aktuellen Projekten.

Aktuell bin ich in Zermatt, die Vorbereitung auf den kommenden Winter läuft ja bereits auf Hochtouren, ich bin da mit meinem Team und wir können derzeit von hervorragenden Bedingungen profitieren. Der miese Sommer hat uns auf den Gletschern sehr geholfen und der Schnee ist traumhaft.

Ab Ende September werde ich mich auf den Riesenslalom konzentrieren, denn mein erstes Rennen in Sölden ist für Ende Oktober geplant. Neben dem Sport lerne ich fleißig Englisch und Spanisch, ich habe letzten Juni meine Matura (Anm. d. Redaktion: Abitur) abgeschlossen und dieses Jahr habe ich mich entschieden, meine Kenntnisse in diesen zwei Sprachen zu verbessern.