Im Interview spricht er über den Skisport, das Älterwerden und verrät, warum er 30 Cowboystiefel im Schrank hat. 

Herr Bogner, in diesem Jahr gibt es zwei runde Geburtstage: Ihr Modeunternehmen feiert 80-jähriges Jubiläum, Sie sind 70 Jahre alt geworden. In diesem Alter legen die meisten Menschen die Füße hoch, Sie stürzen sich auf Skiern eine Bobbahn hinunter – mit einer 15 Kilo schweren Kamera in der Hand. Warum?

Warum nicht? Wenn es sportlich (noch) möglich ist und eine eindrucksvolle Szene dabei heraus kommt…

Werden Sie  im Alter risikofreudiger statt konservativer?

Natürlich nicht, weil man das Leben mehr und mehr zu schätzen weiß.

Gab es Momente in Ihrem Leben oder in Ihrer Arbeit, in denen Sie Todesangst hatten?

Jeder Mensch hat manchmal Angst vor dem Unbekannten, der langsamen oder plötzlichen Veränderung. Angst ist ein wichtiger Alarmzustand, der aber für wirklich gefährliche Situationen reserviert werden sollte.

Sie waren Spitzenskifahrer, machen Sportfilme, sind Unternehmer. Wenn jemand, der Sie nicht kennt, fragt, was Sie beruflich tun, was antworten Sie dem?

Ich bin Unternehmer in vielen Bereichen, wie jeder, hat mein Schrank viele Fächer…

Fühlen sich sportlicher und unternehmerischer Erfolg unterschiedlich an?

Meistens ist die sportliche Bühne direkter, das Feedback schneller und intensiver – leider auch bei Niederlagen.

Was war die Revolution in der Ski-Mode?

Wir arbeiten permanent daran – aber einige Meilensteine sind die Entwicklung neuer Materialien, welche neue Silhouetten oder Funktionen ermöglichen, zum Beispiel der elastische Keilhosenstoff oder der bi-elastische Nylonstoff für Overalls.

Ihre Visionen?

Sehen Sie sich unsere nächsten Kollektionen und Filmprojekte an…

Sie sind bei Olympia 1960 an Gold vorbei gestürzt. Tut das heute noch weh?

Klar, aber nicht so akut wie damals. Aber erstaunlich, dass sich heute noch so viele Menschen daran erinnern – fast mehr, als wenn ich damals gewonnen hätte…

Wie oft waren Sie 2011 Ski fahren?

Leider nicht oft genug – aber so 15 Tage inklusive Filmdreh kommen wohl zusammen

Wie lange halten Sie beim Après-Ski durch?

Immer kürzer…

Sie haben bisher über 35 Filme gedreht. Neue Pläne?

Ja, ein Kinofilm, der 50 Jahre meiner Ski-Film-Abenteuer mit neuen 3D-Szenen kombiniert.

Filmen mit James Bond. Essen im Weißen Haus mit US-Präsident Ford. Schneidern für Lady Di. Selbst aber meiden Sie den Roten Teppich. Warum?

„Meiden“ wäre zu viel gesagt. Hier und da kann ein Teppich auch mal rot sein…

Sind Sie eigentlich ein eitler Mensch?

Jeder ist doch eitel, oder? Aber ich glaube, nicht übermäßig.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Kleiderschrank?

Maximal 4,5 Minuten. Abends etwas länger, wenn es der Anlass erfordert.

Was hängt in Ihrem Kleiderschrank?

Erstaunlich viele Sachen mit einem  „B“ irgendwo.

Ich habe gehört, dass Sie über 30 Paar Cowboystiefel besitzen. Wie kam es dazu?

Ich finde sie einfach schön – und es kommt ein kräftiger Gang dabei heraus, nicht so ein Schlurfen.

Was bedeutet ‚einen guten Stil haben‘ für Sie?

Zu wissen (oder ahnen), was zu einem passt – wenn das Outfit keine Verkleidung ist.

Sie sind seit über 40 Jahren im Modegeschäft tätig. Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Firma 80 Jahre alt wird?

Erstaunlich, aber das bekommt man in der täglichen kreativen Arbeit kaum mit, da ist man immer zwei Jahre voraus.

Wie feiern Sie das Jubiläum?

Mit unserem gesamten Team, einer Heritage Collection, einem Jubiläumsbuch – und mit einer Anzeigenkampagne, auf der wir uns bei unserem Kunden bedanken.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Dass die nächsten Kollektionen, Filme und Projekte noch besser werden – und dass man die Chance bekommt, lange daran mitgestalten zu können.

Vielen Dank für das Gespräch.