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Abenteuer

Mit Leidenschaft auf Achse

Fotos: Privat

Vom kaputten Kühlschrank in Kroatien zur eigenen Erfolgsmarke: Dennis und Stephie von Gogo4Camper haben ihre Camping-Leidenschaft zum Beruf gemacht. Was mit einem alten, reparaturbedürftigen Wohnwagen begann, ist heute ein reichweitenstarkes Herzensprojekt mit treuer Community. Im Interview erzählen sie, wie aus „Mecker doch nicht!“ eine Mission wurde – und warum für sie am Ende nur zwei Dinge wirklich zählen: ein Dach über dem Kopf und tolle Gesellschaft!

Stephie & Dennis

Mehr Einblicke auf YouTube und Instagram!

Wie seid ihr ursprünglich zum Camping gekommen?

Dennis: Ich war als Kind schon mit meiner Familie Campen, aber als Erwachsener bin ich erst wieder dazu gekommen, als ich meine Frau Stephie kennengelernt habe. Das ist jetzt um die siebzehn Jahre her. Ich fragte Stephie damals, was sie davon halten würde, mit mir einen Campingurlaub zu machen. Sie war direkt an Bord und wir begannen, das Geld für unseren ersten Camper zusammenzukratzen.

Stephie: Wir haben uns dann einen alten Wohnwagen gekauft, in dem wirklich gar nichts mehr funktionierte. Damals hatten wir null Ahnung, aber haben einfach angefangen, ihn zu reparieren und sind dann damit losgezogen. Als unser Sohn auf der Welt war, schafften wir uns den zweiten Wohnwagen an, weil wir natürlich eine Familienausstattung brauchten. Mittlerweile sind wir beim fünften Wohnwagen angekommen.

Was hat euch motiviert, eure Leidenschaft zum Beruf zu machen?

Stephie: Da gab es tatsächlich ein Schlüsselerlebnis: Wir waren in Kroatien im Campingurlaub, und plötzlich funktionierte unser Kühlschrank nicht mehr. Dennis hat dann wie wild angefangen zu googeln, wie er den wieder flottbekommt, aber er fand einfach keine guten Tipps oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen dazu. Er schimpfte wie ein Rohrspatz… Ich sagte dann:

Meckere doch nicht immer nur rum, mach es doch einfach besser!

Dennis: Dann kam Corona, ich war zu dieser Zeit als Vertriebs- und Marketingtrainer tätig. Mein Arbeitgeber kam dann auf die Idee, dass ich Videos drehen könnte, um das Produktsortiment vorzustellen. Ich mit meiner großen Klappe meinte direkt: Kein Problem! Die Videos kamen auch echt gut an, und dann kamen wir auf die Idee, das auch zum Thema Camping zu machen. Wir drehten also die ersten Camping-Videos, um mal anzutesten, wie das ankommt. Wir drehten Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Ein- und Umbauten oder Reparaturen, gaben Campingurlaub-Tipps, stellten Plätze vor.

Stephie: Und was sollen wir sagen? Es kam bombenmäßig an, und unsere Community wurde immer größer. Bis Ende 2024 haben wir das neben unseren eigentlichen Berufen gemacht, aber irgendwann war die Doppelbelastung zu groß. Daher ist Gogo4Camper seit einem reichlichen Jahr, verbunden mit unserer eigenen Werkstatt unser Hauptjob, und wir haben es nicht bereut, diesen Schritt gegangen zu sein!

Welche Camping-Erfahrungen oder Abenteuer sind euch besonders in Erinnerung geblieben?

Dennis: Jeder Campingtrip ist auf seine Art spannend und besonders. Wir sind echte Hardcore-Camper und zu jeder Jahreszeit unterwegs, auch im Winter. Über Weihnachten waren wir im Bayerischen Wald, bei Minusgraden und Schnee.

Stephie: Das Schöne an unseren Vlogs ist ja, dass wir das Ganze dann auch im Nachhinein noch mal anschauen können. Wenn ich zu Hause sitze und nicht weiß, was ich im Fernsehen schauen soll, mache ich eins unserer Videos an: Das ist dann wie ein bewegtes Fotoalbum und cooler als jeder Film!

Außerdem hat uns das Vloggen aus unserer eigenen Komfortzone geholt. Wir sind eigentlich eher ruhige Camper, aber da wir unserer Community auch zeigen möchten, was man alles unternehmen kann, machen wir inzwischen viele Dinge, die wir zuvor nicht gemacht hätten: Sightseeing in der Region, Quad-Touren, Bootstouren. Das macht das Ganze sowohl für uns als auch für unsere Community total abwechslungsreich.

Gibt es eine Art von Fahrzeug und Ausrüstung, mit dem ihr am liebsten reist?

Dennis: Wir sind am liebsten mit dem klassischen Wohnwagen unterwegs, weil er uns die größte Flexibilität bietet. Denn so hat man auch immer das eigene Auto dabei, mit dem man am Urlaubsort dann verschiedenste Dinge unternehmen kann. Mobil zu sein ist für uns einfach unglaublich wichtig.

Stephie: Vor zwei Jahren waren wir aber auch mal im Wohnmobil unterwegs und haben dazu eine Vlog-Serie gedreht. Im Anschluss daran haben wir dann auch mal verglichen, was die Unterschiede zwischen Wohnwagen und Wohnmobil sind, und was sich für wen eignet. Für uns ist der Wohnwagen unsere Nummer eins, weil er am besten zu uns und unseren Anforderungen passt.

Wie hat sich euer Campingstil im Laufe der Jahre verändert?

Stephie: Die größte Veränderung war sicher, als wir unseren Sohn bekommen haben. Als wir noch zu zweit waren, waren wir im Urlaub viel mit dem Fahrrad unterwegs, manchmal sind wir dann mitten in der Nacht noch zurück zum Campingplatz geradelt. Das können wir so natürlich nicht mehr machen, und auf den teils sehr holprigen, teils unbefestigten Straßen ist das uns mit unserem Kind auch einfach zu gefährlich. Daher sind wir jetzt eher mit dem Auto oder den Öffis unterwegs. Und natürlich ist die Ausstattung mit Kind auch eine andere als zuvor.

Was darf auf euren Reisen auf keinen Fall fehlen?

Dennis: Eine Eiswürfelmaschine! Ich muss meine Getränke einfach kalt genießen!

Stephie: (lacht) Männer sind so einfach zufriedenzustellen! Ich könnte dir jetzt eine Liste mit 50 Sachen erstellen, die ich immer dabeihaben muss: Im Winter die Heizdecke, im Sommer den Ventilator, eine Campingbank, Campinglightz und, und, und… Spaß beiseite, grundsätzlich ist unser Wohnwagen ja komplett mit allem Notwendigen ausgestattet, und es gibt jetzt nicht die eine Sache, die wichtiger ist als alles andere. Ich orientiere mich vor jeder Reise eher am Wetter am Reiseziel und entscheide dann, was mitmuss und was zu Hause bleiben kann.

Ganz ehrlich, ich finde, man braucht nur zwei Sachen: Ein Dach über dem Kopf und tolle Gesellschaft!

Dennis

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für euch?

Dennis: Das ist natürlich ein wichtiges Thema. Eine Sache, die mir wichtig ist, ist unsere Toilette mit eingebautem Sog, die Gerüche aus der Kabine heraussaugt und daher ohne Chemikalien auskommt. Denn auf was wir unbedingt verzichten wollen, ist Chemie in der Toilette, die unnötig die Umwelt belastet.

Stephie: Mittlerweile kann man auch in Solarpanels für Wohnwagen und Wohnmobile investieren, damit beschäftigen wir uns auch schon länger. Aber hier muss man immer individuell entscheiden, ob sich das lohnt. Meiner Meinung nach sind Solarpanels super für Wohnmobile geeignet, da sie während der Fahrt oder auch, während sie auf einem Stellplatz stehen, die Batterien aufladen können.

Was sind eure nächsten Pläne oder Ziele für eure Camping-Abenteuer und Gogo4Camper?

Dennis: Wir haben vor einiger Zeit ein Charity-Projekt gestartet, weil wir die Reichweite, die wir haben, auch für den guten Zweck nutzen möchten. Dazu haben wir einen Wohnwagen vergünstigt vom Hersteller gekauft und bauen diesen mit Unterstützung von Partnern um. Diesen Wohnwagen verlosen wir, dafür kann man über unsere Website Lose kaufen, die 20 € kosten. Abgesehen vom Wohnwagen wird es aber auch einige Sachpreise geben. Mittlerweile haben wir über 180.000 € im Pott. Die Summe, die dann am Ende zusammenkommt, spenden wir an drei Organisationen: Herzenswünsche e. V., Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz und Royal Fishing Kinderhilfe e. V. Hier geben wir jetzt noch mal Vollgas, damit möglichst viel Geld für diese drei Organisationen zusammenkommt, bevor der Camper dann auf dem Caravan Salon im August verlost wird!

Abgesehen davon stehen noch weitere spannende Projekte in den Startlöchern, da wir natürlich auch immer auf Anregungen, Nachfragen und Wünsche aus unserer Community reagieren.

Hier wird noch einiges in diesem Jahr kommen, es lohnt sich also, immer mal wieder bei uns vorbeizuschauen!

Weitere Informationen unter:

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