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„Ein E-Bike ist kein getarnter Motorroller“

Ein E-Bike ist kein getarnter Motorroller
Ein E-Bike ist kein getarnter Motorroller
Sportlich im Anzug unterwegs. Marcel Reif und sein E-Bike. Foto: ZEG

Marcel Reif ist Deutschlands bekanntester Fußballkommentator und bekennender E-Bike-Fahrer. Warum, erzählt er im Interview.

Was verbinden Sie für sich mit dem Begriff „Freiheit auf zwei Rädern“?

Das kann man wörtlich nehmen: Ich komme schnell von A nach B, zumindest schneller als zu Fuß. Auch im Verkehr bin ich freier als auf vier Rädern. Da man mit zwei Rädern einfach weniger im Stau steht und flüssiger vorankommt. Zudem mache ich noch etwas für die Fitness und den Familienfrieden.

Familienfrieden?

Ja, denn auf zwei Rädern kann man auch optimal die Freizeit mit der Familie gestalten. Alle können etwas zusammen unternehmen – die Jüngeren und auch der Ältere, also ich, in der Bande (lacht). Und bei einem Ausflug mit dem Fahrrad ist der Weg schon das Ziel.

Sie sind ein bekennender E-Bike-Fahrer. Wie kam es dazu?

Genau aus diesem Grund – um mithalten zu können.

Inwiefern?

Für ein Nicht-E-Bike bin ich teilweise einfach zu faul geworden. Zumindest dann, wenn ich mit meinen Kindern und meiner Frau eine längere Fahrradtour unternehme, die dann auch mal durch die Berge führt. Und seit ich ein E-Bike habe, hängen mich meine Söhne endlich nicht mehr am Berg ab (lacht).

Was sind weitere Vorzüge?

Mit dem E-Bike ist man bequem, aber dennoch sportlich unterwegs. Denn ein E-Bike ist nicht, wie viele denken, ein Motorroller als Fahrrad getarnt. Ein E-Bike unterstützt den Fahrer, doch wenn er aufhört zu treten, nützt das E wenig, denn dann bleibt man einfach stehen. Zudem kann man das E ja auch ausstellen, und dann hat man nur noch Bike.

Wann nutzen Sie das?

Hauptsächlich in der Stadt, denn dort brauche ich die Unterstützung eher weniger. Doch sobald es ins Gelände geht oder zu steileren Anstiegen kommt, unterstützt mich die Funktion des E-Bikes doch sehr.

Stadt- oder Land-fahrten, wann und wo nutzen Sie Ihr E-Bike?

Unter der Woche bin ich eher mit dem Auto unterwegs, da kommt das E-Bike weniger zum Tragen. Aber am Wochenende hole ich es liebend gern aus der Garage.

Könnten Sie sich vorstellen, auch mal eine E-Bike-Reise zu machen?

Das ist eher nicht so meine Welt. Es müssen schon humane Etappen sein. Über die Alpen oder Hunderte von Kilometern mit dem Fahrrad zu fahren, ist für mich kein Urlaub. Ich reise da lieber mit dem Auto oder dem Flugzeug. Vor Ort ist eine Fahrradtour aber jederzeit denkbar.

Wo darf das E-Bike keinesfalls fehlen?

Sonntags, wenn die Sonne scheint und wir uns am Frühstückstisch für eine Tour in die Natur mit der ganzen Familie entscheiden.

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EU-Richtlinien zu Lautstärkemessungen

Wie laut ein neues Kraftfahrzeug sein darf regelt in Deutschland der §49 StVZO. Dort wird auf mehrere EU-Richtlinien verwiesen. Diese Regeln für die Typzulassung neuer Fahrzeuge gelten EU weit.

In einer vergleichsweise aufwändigen und komplizierten Messung wird das Fahrgeräusch ermittelt. Das Messverfahren ist dabei seit Jahrzehnten identisch. Nur die zulässigen Werte sind im Laufe der Jahre immer niedriger geworden. Vereinfacht gesagt muss das Fahrzeug mit konstanter Geschwindigkeit bei ¾ der Nenndrehzahl (aber max. 50 km/h) auf eine 20 m lange Messstrecke zufahren und dann voll beschleunigen.

Je nach Getriebe wird die Messung im zweiten Gang (Viergang-Getriebe) oder im dritten Gang (Getriebe mit mehr als vier Gängen) ausgeführt. Das Messgerät steht dabei in der Mitte der Messstrecke mit einem Abstand von 7,5 m zur Mitte der Fahrspur. Was dann zulässig ist hängt vom Fahrzeugtyp ab (PKW, LKW, Motorrad, etc.) aber auch von z.B. der Leistung (LKW) oder dem Hubraum (Motorrad). Die zulässigen Werte nach diesem Messverfahren liegen aktuell zwischen 74 (PKW Benziner) und 80 dB für Motorräder über 175 ccm oder LKW über 150 kW. Dabei ist berücksichtigt, das diese seitlich wesentlich mehr Geräusche emittieren als ein PKW bei dem die Abgasanlage quasi durch die Karosserie gekapselt ist.

Eine vor Ort Messung des Fahrgeräusches zum Beispiel bei einer Kontrolle ist daher praktisch nicht möglich. Um bei einer Kontrolle Anhaltspunkte zu bekommen ob eine Auspuffanlage manipuliert wurde, wird für alle Fahrzeuge auch das Standgeräusch gemessen und im Fahrzeugschein mit angegeben. Dies wird bei ¾ der Nenndrehzahl in einem Abstand von 50 cm und einem horizontalen Winkel von 45° zur Auspuffmündung gemessen.

Alleine schon der geringe Abstand von 0,5m zu 7,5m beim Fahrgeräusch erklärt warum das angegeben Standgeräusch deutlich höher ist als das Fahrgeräusch. Dies verdeutlicht schon, dass eine reine Geräuschangabe in dB wenig aussagefähig ist um die Geräusche einer Lärmquelle zu beurteilen.

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