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Einsichten in die Outdoorbranche

Einsichten in die Outdoorbranche
Einsichten in die Outdoorbranche
Wandel in der Outdoor-Branche Ökologie und Sozialstandards versus billig und schnell. Foto: RapidEye/iStock

Die Meldungen widersprechen sich scheinbar. „Outdoor stagniert“ heißt es einerseits, andererseits „Outdoor ist so beliebt wie nie zuvor“.

Die Erklärung ist simpel. Nach Jahren des Booms mit zweistelligen Wachstumszahlen ist Beruhigung in den Markt eingekehrt. Die Zahlen für 2014 sprechen von einem leichten Plus von ein bis drei Prozent in Europa. Für manche heißt das Stagnation. Richtiger wäre es von „Normalität“ zu sprechen.

Outdooraktivitäten erfreuen sich einer weiterhin steigenden Beliebtheit auf einem bereits hohen Niveau. Die Aktivitäten selber sind vornehmlich gratis, setzen jedoch oft anspruchsvolle Ausrüstung voraus.

Das Marktvolumen in Europa liegt bei 10 Milliarden Euro. Auf den deutschen Markt entfallen davon gute 2,7 Milliarden. Knapp über 50 Prozent davon macht die funktionelle Bekleidung aus.

  • Outdoorschuhe bescheren mit guten 25 Prozent dem Handel seit Jahren stabile Umsätze.
  • Die klassische Ausrüstung – Rucksäcke, Zelte, Schlafsäcke, Kletterausrüstung und Accessoires – sind für das letzte Viertel verantwortlich.

In diesen Marktzahlen sind die „Outdoor“-Produkte der Discounter, Kaffeeröster und Modelabels nicht mitgerechnet. Ob es sich bei diesen Produkten um Outdoor handelt ist umstritten. Teile der Industrie sieht sie wohlwollend als „Einsteigerware“, andere sehen sie als Trittbrettfahrer auf der Welle der gesellschaftlichen Akzeptanz von Outdoor – auf die man gut verzichten könnte.

Im Regelfall fällt die Performance dieser Produkte stark gegenüber der Produkte der Outdoorhersteller ab. Damit kratzen sie am Funktionsimage der Branche.

Outdoor muss aber Funktion sein, ohne Funktion kein wirkliches Outdoor.

Das ist auch die Zwickmühle in der Outdoor gegenwärtig beim Thema Membranen und Imprägnierungen steckt: einerseits werden vermehrt umweltfreundliche Alternativen angeboten, andererseits scheut man den Komplettumstieg. Gerade in Bereichen in denen Bekleidung ein wichtiger Teil der Sicherheitsausrüstung ist, wie etwa im Alpinbereich, will man ungern Kompromisse eingehen.

Dabei versucht die Outdoorbranche im Bereich der Sporttextilien eine Vorreiterrolle bei sauberer und fairer Produktion zu spielen. Nirgends sind Labels wie Bluesign oder GOTS, die saubere, umweltgerechte und gesundheitlich unbedenkliche Produktion garantieren sollen, stärker verbreitet als bei Outdoor.

In keiner anderen Bekleidungssparte sind mehr Firmen einer Multistakeholderinitiative wie der Fair Wear Foundation oder der Fair Labor Association beigetreten und niemand hat schneller und transparenter auf die Kritik bei der Beschaffung von Daune reagiert.

Neben der Funktion sind Ökologie und Sozialstandards bestimmende Themen der Branche – nicht unbedingt einfach in einer Konsumwelt in der „billig“ und „schnell“ zu den wichtigsten Attributen gehört. Die Branche ist sich deshalb bewusst, dass sie neue Impulse setzen muss.

„Wir müssen die Begeisterung für Outdoor immer wieder neu entfachen – und zwar nicht nur bei den Alpinisten, sondern auch im urbanen Bereich und bei der nachfolgenden, jungen Generation, die heute die meisten Abenteuer digital erlebt,“ bringt es Mark Held, Generalsekretär der European Outdoor Group, dem Verband der Outdoorindustrie auf den Punkt, „denn den Bezug zur Natur, der heute so dringend notwendig ist, kann man nicht besser erleben als mit Outdoor.“

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EU-Richtlinien zu Lautstärkemessungen

Wie laut ein neues Kraftfahrzeug sein darf regelt in Deutschland der §49 StVZO. Dort wird auf mehrere EU-Richtlinien verwiesen. Diese Regeln für die Typzulassung neuer Fahrzeuge gelten EU weit.

In einer vergleichsweise aufwändigen und komplizierten Messung wird das Fahrgeräusch ermittelt. Das Messverfahren ist dabei seit Jahrzehnten identisch. Nur die zulässigen Werte sind im Laufe der Jahre immer niedriger geworden. Vereinfacht gesagt muss das Fahrzeug mit konstanter Geschwindigkeit bei ¾ der Nenndrehzahl (aber max. 50 km/h) auf eine 20 m lange Messstrecke zufahren und dann voll beschleunigen.

Je nach Getriebe wird die Messung im zweiten Gang (Viergang-Getriebe) oder im dritten Gang (Getriebe mit mehr als vier Gängen) ausgeführt. Das Messgerät steht dabei in der Mitte der Messstrecke mit einem Abstand von 7,5 m zur Mitte der Fahrspur. Was dann zulässig ist hängt vom Fahrzeugtyp ab (PKW, LKW, Motorrad, etc.) aber auch von z.B. der Leistung (LKW) oder dem Hubraum (Motorrad). Die zulässigen Werte nach diesem Messverfahren liegen aktuell zwischen 74 (PKW Benziner) und 80 dB für Motorräder über 175 ccm oder LKW über 150 kW. Dabei ist berücksichtigt, das diese seitlich wesentlich mehr Geräusche emittieren als ein PKW bei dem die Abgasanlage quasi durch die Karosserie gekapselt ist.

Eine vor Ort Messung des Fahrgeräusches zum Beispiel bei einer Kontrolle ist daher praktisch nicht möglich. Um bei einer Kontrolle Anhaltspunkte zu bekommen ob eine Auspuffanlage manipuliert wurde, wird für alle Fahrzeuge auch das Standgeräusch gemessen und im Fahrzeugschein mit angegeben. Dies wird bei ¾ der Nenndrehzahl in einem Abstand von 50 cm und einem horizontalen Winkel von 45° zur Auspuffmündung gemessen.

Alleine schon der geringe Abstand von 0,5m zu 7,5m beim Fahrgeräusch erklärt warum das angegeben Standgeräusch deutlich höher ist als das Fahrgeräusch. Dies verdeutlicht schon, dass eine reine Geräuschangabe in dB wenig aussagefähig ist um die Geräusche einer Lärmquelle zu beurteilen.

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