Isa Speckmann ist die Frau hinter IsasWomo, einem der bekanntesten deutschsprachigen Camping-Blogs. Isa erzählt im Interview von ihren Abenteuern auf vier Rädern und teilt praxisnahe Tipps, Sicherheitsstrategien und Inspiration für alle, die sich selbst ins mobile Abenteuer stürzen wollen.

Was hat dich ursprünglich zum Alleinreisen gebracht und was fasziniert dich bis heute daran?
Letztendlich war es eher unromantisch und sehr realitätsnah (lacht). Ich war lange Single und zeitweise auch krank. Irgendwann kam der Moment, in dem ich gemerkt habe: Jetzt muss sich etwas ändern. Also habe ich mich auf die Suche nach einem kleinen Wohnmobil gemacht, das in mein damals eher schmales Budget passte. Als ich schließlich eines gefunden hatte, bin ich einfach losgefahren. Für mich macht es keinen großen Unterschied, ob ich allein zu Hause bin oder allein reise – nur ist Letzteres natürlich deutlich spannender.
Durch das Alleinreisen habe ich meine eigene, sehr sichere Komfortzone verlassen und mich persönlich weiterentwickelt.
Wie sieht deine Reisevorbereitung aus und was ist dabei für dich am wichtigsten?
Wenn man allein auf vier Rädern unterwegs ist, sollte man sich natürlich einige Gedanken machen. Besonders wichtig ist ein zuverlässiger Pannendienst, der europaweit erreichbar ist. Früher habe ich meine Routen detailliert geplant und genau festgelegt, wann ich wo sein möchte. Inzwischen habe ich das jedoch über Bord geworfen, weil sich unterwegs – gerade beim Campen – vieles spontan verändert. Zur Vorbereitung gehört für mich aber nicht nur die Reiseplanung, sondern auch die Absicherung für den Ernstfall. Mein Bruder hat beispielsweise eine Mappe mit allen wichtigen Unterlagen von mir, sodass er im Notfall auf alles zugreifen kann.
Wie hat sich deine Ausrüstung und Technik in den letzten Jahren entwickelt, und welche Must-haves dürfen auf deinen Camping-Trips heute auf keinen Fall fehlen?
Technisch betrachtet ist es für mich klar die Kombination aus Solaranlage, einer guten Lithiumbatterie und einem Wechselrichter. Diese drei Komponenten sorgen für enorme Entspannung auf Reisen, weil man sich deutlich weniger Gedanken über die Stromversorgung machen muss. Der entsprechende Umbau des Wohnmobils ist finanziell zwar nicht unerheblich, aber definitiv eine lohnende Investition. Ich lebe zwar nicht dauerhaft in meinem Wohnmobil, aber es ist so ausgestattet, dass ich jederzeit losfahren könnte – und es sich unterwegs, wie ein zweites Zuhause anfühlt.
Allein unterwegs im Wohnmobil – das traut sich nicht jeder. Welche Hilfsmittel, wie Apps, Gadgets oder Routinen bei der Wahl sicherer Stellplätze, helfen dir unterwegs, dich jederzeit geschützt zu fühlen?
Es gibt definitiv Dinge, die man vermeiden sollte – zum Beispiel das Übernachten auf Rastplätzen. Das würde ich allerdings nicht nur Alleinreisenden, sondern grundsätzlich allen Wohnmobilreisenden raten. Natürlich gibt es Apps, die Stellplätze empfehlen. Trotzdem rate ich jedem, auf sein Bauchgefühl zu hören. Wenn sich ein Ort nicht richtig anfühlt, sollte man lieber noch einmal den Motor starten und weiterfahren. Ich selbst habe leider bereits zweimal einen Einbruch in mein Wohnmobil erlebt. Daraufhin habe ich eine Alarmanlage installieren lassen. Sie verhindert, dass das Fahrzeug bewegt werden kann, und schützt so auch vor Diebstahl des gesamten Wohnmobils.
Welchen Rat würdest du Menschen geben, die vom Alleine-Campen träumen, aber noch zögern?

Wer neu startet, sollte zunächst ein Wohnmobil mieten, anstatt direkt eines zu kaufen. So kann man erst einmal testen, ob diese Art des Reisens wirklich zu einem passt. Für die ersten Touren empfehle ich außerdem, sich ein konkretes Ziel auszusuchen, auf das man sich besonders freut – sei es ein Museum, eine Shoppingmall, ein Festival oder ein Konzert.
Wenn man tagsüber schöne Erlebnisse plant, entsteht weniger Raum für mögliche Einsamkeit, und man verbindet das Alleinreisen direkt mit positiven Erfahrungen.
Wie planst du deine Routen und was sind deine Lieblingsspots und Regionen?
Mittlerweile liebe ich das Wintercamping sogar mehr als das Reisen im Sommer. Eis, Schnee und Skifahren sind für mich einfach wunderschön. Dafür muss man nicht unbedingt über München und den Brenner fahren – tolle Berglandschaften findet man zum Beispiel auch im Oberallgäu, wo ich sehr gern unterwegs bin. Aber auch die Nordseeküste, Schleswig-Holstein und Schweden zählen definitiv zu meinen Favoriten.


