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Harro Füllgrabe: Der Extremreporter

Harro Füllgrabe - Der Extremreporter
Harro Füllgrabe - Der Extremreporter
Foto: Benjamin-Nocke/Shutterstock

Ein Gespräch mit dem TV-Abenteuerjournalisten Harro Füllgrabe über eine gute Reisevorbereitung, Geisterstädte und müffelnde Glücksbringer.

Wie viele Länder haben Sie schon bereist?

Ich habe tatsächlich mal gerechnet. Privat und beruflich zusammen sind es 128. Aber meine Eltern liegen zahlenmäßig noch vor mir.

Von denen haben Sie auch die Lust am Bummeln in der Welt?

Ja, die Liebe, Neues kennenzulernen, kommt von ihnen. Ich bin in Südamerika aufgewachsen, wo wir drei Monate Sommerferien hatten. Ich erinnere mich an viele Touren mit dem Bulli. Zum Beispiel in den 90er-Jahren durch die Sahara mit Hunderten Kilometern ohne Tank- und Wasserstellen. Das war damals schon extrem.

Wohin ging Ihr letzter Trip?

Ich bin gerade zurück aus Nigeria, wo wir für die Serie „Lost Places“ von Galileo gedreht haben. Besucht haben wir die Geisterstadt Kolmannskuppe, in der früher Diamantensucher lebten. Es ging diesmal also weniger um Adrenalin. Im Fokus standen die schöne Kulisse und Geschichte und wie die Wüste die Ortschaft zurückgewinnt.

Ich genieße diese Regionen, in denen man das Gefühl hat, vom Rest der Welt und dem Stadtleben abgenabelt zu sein.

Wo kann man denn in Deutschland Abenteuer erleben?

Es gibt natürlich keine krasse Reisewildnis. Es kommt aber immer auf die Definition an. Auch Bergtouren, Rafting, ja selbst Wanderungen im Watt können großartige Erlebnisse bieten.

Wie bereitet man sich am besten auf Abenteuertrips vor?

Wichtig ist zu schauen, wie und wo man unterwegs ist. Klamotten packt man entsprechend den Temperaturen, auch dass man sich nach dem Zwiebelprinzip an- und ausziehen kann. Natürlich sparsam, denn wer outdoor reist, kann nicht ständig wechseln und muss den eigenen Mief ein paar Tage aushalten.

Wichtig sind Medikamente für die Erste Hilfe, entsprechende Impfungen, Kernseife und ein festes Schuhwerk. Das schützt auch im heißen Wüstensand vor gefährlichem Ungeziefer. Flipflops habe ich dennoch dabei. Allein für dreckige Hotelböden.

Haben Sie Reiserituale?

Es kann alles schieflaufen, wichtig ist mir jedoch im Flugzeug ein Fensterplatz. Dort stopfe ich mir in allen Variationen Kissen in Rücken und Seite – und bin dann selig.

Tragen Sie Glücksbringer?

Ich habe eine Kette aus Neuseeland. Ein Schmuck von den Maoris, der den Kreislauf des Lebens symbolisiert. Und im Wechsel ein ägyptisches Kreuz von meiner Freundin. Die klappern manchmal ans Mikro, und der Toningenieur beschwert sich.

Ein Lederarmband macht seit Anbeginn der Zeit alle Erlebnisse mit. Das schwamm schon mit mir durch den Amazonas. Riecht auch danach und sieht entsprechend aus (lacht).

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EU-Richtlinien zu Lautstärkemessungen

Wie laut ein neues Kraftfahrzeug sein darf regelt in Deutschland der §49 StVZO. Dort wird auf mehrere EU-Richtlinien verwiesen. Diese Regeln für die Typzulassung neuer Fahrzeuge gelten EU weit.

In einer vergleichsweise aufwändigen und komplizierten Messung wird das Fahrgeräusch ermittelt. Das Messverfahren ist dabei seit Jahrzehnten identisch. Nur die zulässigen Werte sind im Laufe der Jahre immer niedriger geworden. Vereinfacht gesagt muss das Fahrzeug mit konstanter Geschwindigkeit bei ¾ der Nenndrehzahl (aber max. 50 km/h) auf eine 20 m lange Messstrecke zufahren und dann voll beschleunigen.

Je nach Getriebe wird die Messung im zweiten Gang (Viergang-Getriebe) oder im dritten Gang (Getriebe mit mehr als vier Gängen) ausgeführt. Das Messgerät steht dabei in der Mitte der Messstrecke mit einem Abstand von 7,5 m zur Mitte der Fahrspur. Was dann zulässig ist hängt vom Fahrzeugtyp ab (PKW, LKW, Motorrad, etc.) aber auch von z.B. der Leistung (LKW) oder dem Hubraum (Motorrad). Die zulässigen Werte nach diesem Messverfahren liegen aktuell zwischen 74 (PKW Benziner) und 80 dB für Motorräder über 175 ccm oder LKW über 150 kW. Dabei ist berücksichtigt, das diese seitlich wesentlich mehr Geräusche emittieren als ein PKW bei dem die Abgasanlage quasi durch die Karosserie gekapselt ist.

Eine vor Ort Messung des Fahrgeräusches zum Beispiel bei einer Kontrolle ist daher praktisch nicht möglich. Um bei einer Kontrolle Anhaltspunkte zu bekommen ob eine Auspuffanlage manipuliert wurde, wird für alle Fahrzeuge auch das Standgeräusch gemessen und im Fahrzeugschein mit angegeben. Dies wird bei ¾ der Nenndrehzahl in einem Abstand von 50 cm und einem horizontalen Winkel von 45° zur Auspuffmündung gemessen.

Alleine schon der geringe Abstand von 0,5m zu 7,5m beim Fahrgeräusch erklärt warum das angegeben Standgeräusch deutlich höher ist als das Fahrgeräusch. Dies verdeutlicht schon, dass eine reine Geräuschangabe in dB wenig aussagefähig ist um die Geräusche einer Lärmquelle zu beurteilen.

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