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Wachstumsbranche Tourismus: Ein echter Wirtschafts- und Entwicklungsfaktor

Wachstumsbranche Tourismus: Ein echter Wirtschafts- und Entwicklungsfaktor
Wachstumsbranche Tourismus: Ein echter Wirtschafts- und Entwicklungsfaktor
Foto: LanKogal/Shutterstock

Tourismus steht nicht nur für die „schönsten Wochen des Jahres“…

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Michael Rabe

Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW)

Tourismus ist auch ein echter Wirtschaftsfaktor, wie mittlerweile auch zahlreiche Studien belegen.

Allein in Deutschland arbeiten fast drei Millionen Menschen im Tourismus. Zum Bruttoinlandsprodukt trägt der Tourismus hierzulande mehr bei als manch „klassisches“ wirtschaftliches Schwergewicht wie Automobilindustrie oder Maschinenbau. Doch nicht nur Deutschland, viele Regionen dieser Erde profitieren vom Tourismus. Das gilt ganz besonders auch für zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer.

Eine aktuelle Studie des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft hat sich mit der Frage beschäftigt, was die Reisen der Deutschen in diesen Ländern wirtschaftlich bewirken – und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Mehr als elf Millionen Touristen aus Deutschland reisen jährlich in Entwicklungs- und Schwellenländer und geben dabei weit über 13 Milliarden Euro aus.

Anders als häufig kritisiert, bleibt ein großer Teil dieses Geldes vor Ort: Fast sieben Milliarden Euro fließen direkt in das Bruttoinlandsprodukt der Entwicklungs- und Schwellenländer wie Thailand, die Dominikanische Republik oder Kenia.

Gleichzeitig ist die Tourismusbranche ein wichtiger Arbeitgeber: Fast 740.000 unterschiedlichste Jobs in den Entwicklungs- und Schwellenländern – vom Kellner über den Reiseführer bis zum Piloten – gibt es allein dank der Reisen und Ausgaben der Touristen aus Deutschland. Rechnet man dies um, heißt das: 15 deutsche Touristen sorgen in den Zielländern für einen neuen Arbeitsplatz.

Von den Reisenden profitieren aber nicht nur klassische touristische Betriebe wie Hotels, Restaurants oder Sightseeinganbieter und deren Mitarbeiter. Auch kleine Handwerksbetriebe, Baufirmen, der Einzelhandel und viele andere verdienen mit und können neue Stellen schaffen, wenn Touristen ins Land kommen.

Zudem hat es einen wirtschaftlichen Effekt, wenn die durch Tourismus beschäftigten Menschen ihr verdientes Geld wieder ausgeben. Dies nennen die Wissenschaftler indirekte und induzierte Effekte. Berücksichtigt man diese Effekte mit, sorgen die deutschen Touristen insgesamt sogar für 1,8 Millionen Arbeitsplätze und einen jährlichen Beitrag von 19 Milliarden Euro zum BIP der Entwicklungs- und Schwellenländer.

Die Studie hat sich ausschließlich mit dem Tourismus aus Deutschland beschäftigt. Allein diese Ergebnisse sind bereits beachtlich, und sie lassen erahnen, welche positiven Effekte der weltweite Tourismus gerade auch in wenig entwickelten Ländern hat.

Mehr als 1,1 Milliarden Menschen reisen schon heute jedes Jahr über die Grenzen hinweg – Tendenz deutlich steigend. Die Welttourismusorganisation UNWTO prognostiziert, dass es 2030 mehr als 1,8 Milliarden sein werden.

Der Marktanteil der Entwicklungsländer an diesem weltweiten Reiseverkehr hat in den vergangenen 25 Jahren um das Vierfache zugenommen und wird voraussichtlich auch künftig wachsen. In Verbindung mit dieser Studie wird das Potenzial deutlich, das im Tourismus steckt. Mehr Tourismus bedeutet mehr Wertschöpfung und mehr Beschäftigung und trägt so auch zur Entwicklung der Länder bei!

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