Bei der Entscheidung für den jobbedingten oder privaten Schritt in die Ferne ist es ratsam, das geplante Zielland genauer unter die Lupe zu nehmen.

Jede Familie ist anders und nicht jedes Land ist für jeden Typ geeignet. Eine internationale Umfrage unter im Ausland wohnhaften Eltern des Expatriate-Netzwerkes InterNations hat ergeben, dass Skandinavien, Österreich und Israel die besten Auslandsdestinationen für Familien mit Kindern sind. Kaum geeignet sind hingegen der Mittlere Osten, China, Brasilien und Indien.

Vor allem wenn Kinder mit auswandern, spielt die politische Stabilität eines Landes eine große Rolle. Familien sollten sich also erkundigen, wie modern das jeweilige politische System eines Landes ist, wie sehr Verlass auf die Justiz ist und wie beispielsweise mit Minderheiten umgegangen wird.

Politisches Klima eines Landes kennen

Zu den Herausforderungen, die es in solchen Ländern zu bewältigen gilt, gehören beispielsweise (politische) Sicherheit, Klima, Bildungsmöglichkeiten und vor allem Gesundheit. Manche Aufenthaltsländer können nur mit aufwendigen Impfungen bereist werden, die nicht jedes Kind verträgt. Staaten wie China haben mit massiven Umweltproblemen zu kämpfen, sodass es kaum möglich ist, sich draußen aufzuhalten. All das kann das Befinden von Familien signifikant beeinträchtigen. Und nicht zuletzt sollte eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort gewährleistet sein. Wer Kinder hat, möchte gut ausgestattete und schnell erreichbare Krankenhäuser in seiner Nähe wissen.

Aufschluss über die Gesundheitsversorgung kann unter anderem die durchschnittliche Ärztedichte in einem Land liefern. Laut einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO hat Katar die meisten Ärzte in Relation zu den Einwohnern. Auf 77 Mediziner je 10.000 Einwohner kommt das arabische Emirat. Eine ähnliche Ärztedichte hat nur noch Monaco (rund 72). Zum Vergleich: In Deutschland sind es 39 Ärzte.

Vor diesem Hintergrund sollte es überdies selbstverständlich sein, eine weltweit gültige Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die unter anderem auch Schutzimpfungen für Kinder und den medizinisch notwendigen Rücktransport ins Heimatland abdeckt.

Zusammen mit den Kindern planen

Ebenfalls wichtig ist, dass Eltern sich bei der Wahl des Aufenthaltsziels einig sind und der Ausreise positiv gegenüberstehen, denn Kinder brauchen die Zuversicht von Mutter und Vater. Dabei sollten beide die Ängste des Nachwuchses vor der neuen Zukunft ernst nehmen und mit ihnen besprechen. Sollte die Zeit vor dem Umzug es zulassen, kann eine vorzeitige Reise – ein sogenannter Look-and-See-Trip – in die neue Umgebung helfen, Unsicherheiten schneller zu überwinden.

Bei der Überlegung, in welche Schule das Kind gehen soll, sollte auch an die Rückkehr ins Heimatland gedacht werden. Entscheidend ist, dass nach der Rückkehr eine problemlose Wiedereingliederung ins deutsche Schul- und später Universitätssystem gewährleistet ist, beispielsweise darf dazu der Deutschunterricht nicht vernachlässigt werden. Eine naheliegende Wahl für viele Familien sind die Deutschen Auslandsschulen. Derzeit gibt es 141 deutsche Schulen in 72 Ländern.